Sehenswürdigkeiten · Praktisch
Volksfeste & Moros i Cristians
Fast jedes Dorf auf Mallorca hat sein eigenes Sommerfest — mit Musik, Correfoc und manchmal einer ganzen nachgespielten Schlacht mitten in der Altstadt. Die meisten Touristen bekommen davon nichts mit, weil keine Reiseführer-Seite groß darüber schreibt. Hier die wichtigsten, mit echten Terminen.

Foto: Joan Gené, CC0, via Wikimedia Commons
Moros i Cristians — wenn ein Dorf eine Piratenschlacht nachspielt
Im 16. Jahrhundert wurden Mallorcas Küstenorte immer wieder von osmanischen und nordafrikanischen Kaperfahrern überfallen. Mehrere Dörfer spielen den Sieg über einen ganz bestimmten Angriff bis heute jedes Jahr theatralisch nach — mit Kostümen, echten Musketenschüssen und halb dem Dorf als Statisten.
- Sóller — Es Firó (Montag nach dem zweiten Sonntag im Mai, meist um den 11. Mai): das größte und bekannteste dieser Feste, erinnert an die Abwehr eines Piratenüberfalls von 1561. Vier Tage lang in Sóller und Port de Sóller, mit nachgestellten Landungen und Straßenschlachten.
- Pollença — Patrona de Pollença (Höhepunkt am 2. August): erinnert an die Abwehr des Korsaren Dragut 1550. Seit 1860 ununterbrochen aufgeführt, beginnt um 5 Uhr morgens mit der Alborada und endet abends mit dem Simulacro — rund sieben nachgestellte Gefechte quer durchs Dorf.
- Santa Ponça (Calvià) — Festes del Rei En Jaume, „El Desembarcament" (Ende August bis Anfang September, die Landung selbst am ersten Samstag im September): kein Moros i Cristians im engeren Sinn, sondern die Nachstellung der Landung von König Jaume I. 1229 — dem Beginn der Rückeroberung Mallorcas. Über 1.300 Teilnehmer, eines der größten Laienspiele der Insel.
Verwechslung, die uns selbst passiert ist: Nicht jedes große Dorffest im Norden hat eine Mauren-Schlacht. Alcúdia feiert Sant Jaume (siehe unten), die Kampfszenen gibt es nur ein Stück weiter in Pollença.
Festes patronals — jedes Dorf feiert seinen Schutzheiligen
Neben den großen Schlachten hat praktisch jeder Ort seine eigene, kleinere Festwoche für den Schutzheiligen des Dorfes: Konzerte, Correfoc, Sportturniere, Kinderprogramm und mindestens ein Feuerwerk. Drei Beispiele aus dem Nordosten:
- Artà — Festes de Sant Salvador (Ende Juli bis ca. 7. August): benannt nach der Wallfahrtskirche Sant Salvador hoch über dem Ort. Correfocs, Umzüge, Livemusik. Artà liegt im Liefergebiet von Drink Express.
- Sant Llorenç des Cardassar — Festes patronals (Festwoche um den 10. August, dem Namenstag des Ortsheiligen): die einzige Gelegenheit im Jahr, die beiden Riesenfiguren des Dorfes zu sehen — Jaume Belluguins und Angelina Trebolina treten nur zwei Tage vor Sant Llorenç auf. Mitten im Liefergebiet von Drink Express.
- Alcúdia — Festes de Sant Jaume (17. bis 25. Juli, Höhepunkt am 25.): kombiniert mit der „Festa Romana", die an die römischen Wurzeln des Ortes bei den Ruinen von Pollentia erinnert. Musik, Umzüge, Feuerwerk — aber keine Moros-i-Cristians-Schlacht.
Was ist ein Correfoc?
Wörtlich „Feuerlauf": verkleidete dimonis (Teufel) ziehen mit Feuerwerk an Stangen und Peitschen aus Funken durch die Gassen, begleitet von Trommelgruppen. Die Tradition stammt aus mittelalterlichen Kampfspielen zwischen Engeln und Teufeln und ist heute fester Bestandteil fast jedes Dorffestes auf Mallorca — nicht nur der hier genannten.
Praktisch: Genaue Zeiten verschieben sich von Jahr zu Jahr etwas, weil manche Feste an ein festes Datum, andere an einen bestimmten Wochentag gebunden sind. Kurz vorher auf der Seite des jeweiligen Ajuntament oder auf firesifestes.es nachsehen.